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Entstehungsgeschichte

Gründung der COPD-Selbsthilfegruppe Bonn

Die Gründung der COPD-Selbsthilfegruppe Bonn hat eine nahezu klassische Entstehungsgeschichte: eigene Erkrankung, Informationsbedarf, mehr Fragen als Antworten und die Suche nach einer in Bonn aktiven Selbsthilfegruppe (SHG) – leider ohne Erfolg.

Nach langen Gesprächen mit meiner Frau – die selbst nicht betroffen ist – beschlossen wir, für Bonn und den Rhein-Siegkreis eine neue Gruppe zu gründen. Der Erfahrungsaustausch sollte dabei im Vordergrund stehen und es war uns besonders wichtig, auch die Angehörigen miteinzubeziehen. Eine große Hürde war, einen Treffpunkt zu finden, der den gesundheitlichen Anforderungen der Teilnehmer/-innen gerecht wird und zugleich den finanziellen Möglichkeiten einer Selbsthilfegruppe entspricht.

Wertvolle Unterstützung erhielten wir schon im Vorfeld durch Frau Kuchem-Göhler von der Selbsthilfekontaktstelle hier in Bonn, die unter anderem Ärzte, Zeitungen etc. über die Gruppengründung informierte und auch die ersten Anmeldungen entgegengenommen hat.

Am 20. Februar 2018 war es dann so weit! Zum Gründungstreffen sind stolze 10 Personen erschienen, obwohl in der Presse ein falsches Datum angegeben war. Frau Kuchem-Göhler moderierte den ersten Gruppenabend – ganz herzlichen Dank für diese wertvolle Unterstützung! Wir sind überrascht, dass die Nachfrage so groß ist, denn seitdem kommen zwischen 20 und 25 Teilnehmer/-innen aus Bonn und der Region zu unseren monatlichen Treffen. Da war die Sorge, alleine dazusitzen, ganz unbegründet.

An den Beginn eines jeden Erfahrungsaustausches stellen wir eine „Blitzlicht“-Runde, damit wir von den aktuellen Sorgen, aber auch schönen Ereignissen der anderen erfahren, daran teilnehmen und gegebenenfalls helfen können. In dieser Runde haben neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich selbst vorzustellen. Wichtig ist uns, dass die Gruppenmitglieder sich aktiv an der Gestaltung der Treffen beteiligen, indem sie sich zum Beispiel auf bestimmte Themen vorbereiten und darüber in der Gruppe berichten. Das funktioniert bei uns sehr gut. Die Aktivität der Gruppenmitglieder ist entscheidend für die Atmosphäre innerhalb der Gruppe. Meine Frau und ich organisieren zwar die Gruppe, möchten aber gleichzeitig auch noch ein Teil derselben sein. Sehr bereichernd finden wir die Teilnahme der Angehörigen, da sie die Krankheit aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Heute sind wir sehr froh, diese SHG gegründet zu haben, da wir beide durch den direkten Kontakt mit anderen Betroffenen gleichermaßen profitieren. Gleiches gilt auch für die Teilnehmer/-innen, denn im „Blitzlicht“ am Ende der Treffen hören wir regelmäßig, wie froh sie sind, sich mit Menschen in der gleichen Situation austauschen zu können und neue Informationen – und somit auch Hilfe – über ihre Krankheit zu bekommen. Das motiviert uns, denn es gibt noch viel zu tun.

Jochen Rhinow und Patricia Zündorf (August 2018)